Philipp Otto Runge

 
 


Philipp Otto Runge: Farbenkugel, kopergravure, aquatint en aquarel, 22,5x18,9 cm

 

 

"Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her. So verbinden wir innerlich immer einen Sinn mit der Blume, also eine menschliche Gestalt, und das ist erst die rechte Blume, die wir mit unserer Freude meinen. Wenn wir so in der ganzen Natur unser Leben sehen, so ist es klar, dass dann erst die rechte Landschaft entstehen muss, als völlig entgegengesetzt der menschlichen oder historischen Komposition.

Die Blumen, Bäume und Gestalten werden uns dann aufgehen, und wir haben einen schritt näher zur Farbe" getan. Die Farbe ist die letzte Kunst, und die uns noch immer mystisch ist und bleiben muss, die wir auf eine wunderlich ahnende Weise wieder nur in den Blumen verstehen. - Es liegt in ihnen das ganze Symbol der Dreieinigkeit zum Grunde: Licht oder Weiss, und Finsternis oder Schwarz sind keine Farben; das Licht ist das Gute, und die Finsternis ist das Böse (ich beziehe mich wieder auf die Schöpfung); das Licht können wir nicht begreifen und die Finsternis sollen wir nicht begreifen, da ist den Menschen die Offenbarung gegeben und die Farben sind in die Welt gekommen, das ist: Blau und Rot und Gelb. Das Licht ist die Sonne, die wir nicht ansehen können, aber wenn sie sich zur Erde oder zum Menschen neigt, wird der Himmel rot. Blau hält uns in einer gewissen Ehrfurcht, das ist der Vater, und Rot ist ordentlich der Mittler zwischen Erde und Himmel; wenn beide verschwinden, so kommt in der Nacht das Feuer, das ist das Gelbe und der Tröster, der uns gesandt wird - auch der Mond ist nur gelb."

Citaat uit een brief van Philipp Otto Runge aan zijn broer Daniel, 7 november 1802

 


Philipp Otto Runge: ster

 


Philipp Otto Runge: Der Kleine Morgen, 1808, olieverf op linnen
109,6x85,5 cm, Kunsthalle Hamburg.

 


Philipp Otto Runge

 


Philipp Otto Runge

 

 

Literatuur

  • Philipp Otto Runge, Farbenkugel: Konstruktion des Verhältnisses aller Mischungen der Farben zueinander und ihrer vollständigen Affinität, [1810], Keulen 1999
  • Philipp Otto Runge, Die Farbenkugel: und andere Schriften zur Farbenlehre, Nachwort von Julius Hebing, Stuttgart 1959
  • Heinz Matile, Die Farbenlehre Philipp Otto Runges: Ein Beitrag zur Geschichte der Künstlerfarbenlehre, München-Mittenwald 1979
  • Jörg Traeger, Philipp Otto Runge: oder die Geburt einer neuen Kunst, München 1977
  • John Gage, Colour and culture: Practice and Meaning from Antiquity to Abstraction, Londen 1993